Es war einmal ein Mann, der hatte eine Tochter. Es gab auch eine Frau, die hatte auch eine Tochter.
Die Frau von dem Mann war gestorben. Der Mann von der Frau war auch gestorben.
Die Frau wollte den Mann heiraten. Aber der Mann wusste nicht, was er tun sollte.
Er hängte einen alten Stiefel mit einem Loch auf. „Wenn das Wasser im Stiefel bleibt, heirate ich sie“, sagte er.
Das Wasser machte das Loch zu, und der Stiefel blieb voll. Also heiratete der Mann die Frau.
Am Anfang war die Stiefmutter nett zu der Tochter von dem Mann. Aber bald war sie jeden Tag gemein zu ihr.
Die Tochter von dem Mann war lieb und schön. Die eigene Tochter der Stiefmutter war nicht lieb und nicht hübsch. Darum war die Stiefmutter sehr neidisch.
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An einem kalten Wintertag machte die Stiefmutter ein Kleid aus Papier. Sie gab es dem Mädchen.
„Geh in den Wald und bring mir einen Korb voll Erdbeeren!“, sagte sie.
„Aber im Winter wachsen doch keine Erdbeeren!“, sagte das Mädchen. Das war der Stiefmutter egal.
Sie gab dem Mädchen nur ein kleines Stück hartes Brot. Dann schickte sie es hinaus in den Schnee.
Im Wald fand das Mädchen ein kleines Haus. Dort wohnten drei kleine Männlein.
Das Mädchen klopfte höflich an und sagte „Guten Tag“. Die Männlein ließen es am warmen Ofen sitzen.
Die Männlein baten um etwas Brot. Das Mädchen teilte gern und gab ihnen die Hälfte.
Dann gaben sie ihm einen Besen. „Bitte fege den Schnee hinter unserem Haus weg“, sagten sie.
Während das Mädchen fegte, wollten die Männlein ihm drei Geschenke machen:
• Es wird jeden Tag schöner.
• Bei jedem Wort fällt ein Goldstück aus seinem Mund.
• Ein König kommt und heiratet es.
Unter dem Schnee fand das Mädchen viele rote, reife Erdbeeren! Es sagte Danke und lief fröhlich nach Hause.
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Zu Hause fiel bei jedem Wort ein Goldstück aus dem Mund des Mädchens. Bald war das ganze Zimmer voll Gold!
Die Stiefschwester war neidisch. Sie wollte auch Gold haben.
Ihre Mutter gab ihr einen warmen Pelzmantel, Butterbrot und Kuchen. Dann schickte sie sie in den Wald.
Die Stiefschwester ging in das kleine Haus und sagte nicht „Hallo“. Sie setzte sich an den Ofen und aß ihr Essen.
Die Männlein fragten: „Gibst du uns etwas ab?“ „Nein!“, sagte sie. „Das reicht ja nicht mal für mich.“
Dann sollte sie den Schnee wegfegen. „Macht das doch selbst“, sagte sie. „Ich bin nicht eure Magd!“
Darum bekam sie andere Geschenke von den Männlein. Sie wurde jeden Tag hässlicher.
Und bei jedem Wort sprang eine Kröte aus ihrem Mund! Sie fand keine Erdbeeren und ging schlecht gelaunt nach Hause.
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Jetzt war die Stiefmutter noch wütender. Sie schickte das Mädchen zum gefrorenen Fluss. Dort sollte es Garn im eiskalten Wasser waschen.
Das Mädchen hackte gerade ein Loch ins Eis. Da kam ein König in einer schönen Kutsche vorbei.
Er sah, wie hübsch und lieb das Mädchen war. „Willst du mit mir kommen?“, fragte er. „Ja, sehr gern!“, sagte das Mädchen.
Sie heirateten. Ein Jahr später bekamen sie einen kleinen Sohn.
Eines Tages kamen die Stiefmutter und ihre Tochter ins Schloss zu Besuch. Als der König weg war, warfen sie die junge Königin aus dem Fenster in den Fluss!
Dann legte sich die Stiefschwester in das Bett der Königin. Die Stiefmutter zog ihr die Decke ganz über den Kopf. So konnte niemand ihr Gesicht sehen.
Als der König zurückkam, flüsterte die Stiefmutter: „Pssst! Die Königin ist sehr krank. Sie muss sich ausruhen. Weck sie heute nicht auf.“
Der König glaubte ihr. Er ging weg und schaute nicht unter die Decke.
Am nächsten Morgen sprach der König mit seiner Frau. Sie versteckte sich immer noch unter der Decke. Darum hörte er nur ihre Stimme.
Bei jeder Antwort sprang eine Kröte aus ihrem Mund statt einem Goldstück!
„Was ist los?“, fragte der König. Die Stiefmutter log wieder: „Das kommt nur von der Krankheit. Das geht bald wieder weg.“
Der König vertraute ihr. Darum merkte er den Trick nicht.
In der Nacht sah der Küchenjunge eine Ente zum Schloss schwimmen. „Was macht der König? Was machen meine Gäste? Was macht mein kleines Kind?“, fragte die Ente.
Dann wurde die Ente zur Königin. Sie ging nach oben, kümmerte sich um ihr Baby und schwamm danach wieder weg.
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In der dritten Nacht sprach die Ente zu dem Küchenjungen.
„Sag dem König, er soll mit seinem Schwert kommen. Er soll es dreimal über mir schwingen.“ Der Küchenjunge lief schnell zum König.
Der König kam und schwang sein Schwert dreimal. Und da stand die echte Königin vor ihm, gesund und munter!
Der König war sehr glücklich.
Dann fragte der König die Stiefmutter: „Was soll mit jemandem passieren, der einen Menschen in den Fluss wirft?“
Sie wusste nicht, dass sie selbst gemeint war. „Man soll ihn in ein Fass stecken und ins Wasser rollen“, sagte sie.
Genau das machte der König. Die Stiefmutter und ihre Tochter rollten im Fass den Berg hinunter in den Fluss. Sie kamen nie wieder zurück.
Die liebe Königin, der König und ihr kleiner Sohn lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
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